Buchbesprechung – ZEN in der Kunst …

Buchbesprechung

ZEN in der Kunst des Bogenschießens
Eugen Herrigel wurde 1884 in Kehl geboren, Prof. in Heidelberg 1923, lebte von 1924 bis 1929 in Japan, verstorben 1955 in Partenkirchen/Obb.
Autor Eugen Herrigel Verlag 0. W. Barth, ISBN-10: ‎ 3426291215, ISBN-13: ‎ 978-3426291214

Für MEDITATION AKTUELL haben wir das Buch gelesen und uns über den Inhalt Gedanken gemacht. Spannend, interessant und für direkte theoretische Informationen aus erster Hand ist das Buch eine ideale Literatur, nicht nur zum Einstieg in die Thematik des Zen. Sondern auch für diejenigen, die sich schon längere Zeit mit Meditation in ihren verschiedenen Formen beschäftigen. Mit „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ schuf Eugen Herrigel einen Klassiker der Zen-Literatur aus westlicher Sicht, der in 12 Sprachen übersetzt werde.

Was der Autor von seinem japanischen Meister lernte und hier vermittelt, betrifft das Wesen jeder Meisterung einer Technik, die Essenz jeder künstlerischen Gestaltung, den Angelpunkt jeder von echter Spiritualität getragenen Lebenspraxis.

Nach dem Lesen dieses Buches ist leicht zu erkennen, dass es eines geeigneten Lehrers bedarf, um den gewählten Weg auch effektiv zu bege­hen. Daraus kann man schlie­ßen, dass mehr als nur theoretisches Wissen nötig ist, um Fortschritte zu machen. Man muss selbst praktizieren und üben, egal mit welchem Weg man sich befasst, der Lehrer ist lediglich da, um den Schüler immer wieder auf den Weg zu fuhren. Wie im Buch beschrieben, korrigiert der Lehrer nicht immer gleich den Schüler, sondern lässt diesen seine Erfahrung selbst sammeln, bis die Reife oder das Verständnis erlangt ist, damit der Schüler auf dem Weg weiter gehen kann. Die Fragen zeigen dem Lehrer, wo der Schüler steht und was als Nächstes kommen sollte.

In der Beschreibung im Buch konzentriert sich der Lehrer hauptsächlich auf die Praxis, er lehnt sogar theoretische Unterweisungen wei­testgehend ab. Beim Weg der Individuellen Meditation jedoch ist eine Schulung in der Praxis und eine parallel dazu ablaufende theoretische Unterweisung vorhanden. Dadurch erkennt und baut der Schüler seinen Weg selbst, und hierbei sind die seit letztem Jahr laufenden offenen Meditationsworkshops ein wichtiger Bestandteil.

Was an dieser Beschreibung von Herrigel auffällig ist und was jeder Schüler gut gebrauchen kann, ist der andauernde Wunsch des Schülers, sich dem Ziel zu nähern. Im Üben des Bogenschießens ist das Ziel für den Schüler scheinbar etwas offensichtlicher als in anderen meditativen Schulungen, da er durch die direkten Anweisungen des Lehrers der Meinung ist, ihn verstanden zu haben. Das bedeutet nur nicht, dass dieser oder irgendein Weg einfa­cher als der andere ist. Es kommt auf den Weg an und aus unserer Sicht ist es wünschenswert, nicht immer wie­der die gleiche Meditation zu praktizieren, eine Konditionierung der Übung zu ver­meiden. Beim Bogenschießen ist immer die gleiche Übung im Mittelpunkt, dies ist unserer Meinung nach keine Erleichterung für den Schüler, um den Weg erfolgreich zu gehen.

Das im Buch beschriebene „ES SCHIEßT“ ist in jeder Schulung der Meditation als das Loslassen aller Dinge bekannt. Es entsteht der Eindruck, dass es nichts Störendes mehr gibt, sondern man oder ‚ES IST‘ Dies ist die Aufhebung der Dualität, das Verschwinden des Unterschiedes des Seins und Nichtseins, die Freiheit.

Wir denken, für jeden ist das Buch lesenswert, auch wenn man schon lange nicht mehr darin gelesen hat, kann man es wieder einmal zur Hand nehmen und neues entdecken.
(Simona Vlajkov und Erwin Schutz)

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