<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Tempel &#8211; Individuelle Meditation</title>
	<atom:link href="https://individuelle-meditation.org/tag/tempel/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://individuelle-meditation.org</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 09 Jun 2025 07:58:31 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	

<image>
	<url>https://individuelle-meditation.org/wp-content/uploads/2021/04/cropped-Logo-Klein2-32x32.jpg</url>
	<title>Tempel &#8211; Individuelle Meditation</title>
	<link>https://individuelle-meditation.org</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Die Legende von Muna und dem hohen Priester</title>
		<link>https://individuelle-meditation.org/die-legende-von-muna-und-dem-hohen-priester/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Meditation Aktuell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jun 2025 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Südamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Chacmool]]></category>
		<category><![CDATA[Coba]]></category>
		<category><![CDATA[Der hohe Priester]]></category>
		<category><![CDATA[Einsicht]]></category>
		<category><![CDATA[Konkubinen]]></category>
		<category><![CDATA[Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Muna]]></category>
		<category><![CDATA[Opfermädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Opfertag]]></category>
		<category><![CDATA[Spanier]]></category>
		<category><![CDATA[Südamerikas]]></category>
		<category><![CDATA[Tempel]]></category>
		<category><![CDATA[Uxmal]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://ki-so.care/unbenannte-kopie/</guid>

					<description><![CDATA[Prolog„Ich glaube nicht daran.“ – sagte das Mädchen. Der Priester, den sie angesprochen hatte, blieb ruhig und überreichte ihr eine fleischlose Mahlzeit. Muna, so hieß das Mädchen, setzte fort: „Wie kann ich beim Gedanken, dass ich sterben muss, glücklich sein? Es tut weh, wenn man stirbt und außerdem gibt es kein Leben danach!“ Der Priester [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph"><strong>Prolog<br></strong>„Ich glaube nicht daran.“ – sagte das Mädchen. Der Priester, den sie angesprochen hatte, blieb ruhig und überreichte ihr eine fleischlose Mahlzeit. Muna, so hieß das Mädchen, setzte fort: „Wie kann ich beim Gedanken, dass ich sterben muss, glücklich sein? Es tut weh, wenn man stirbt und außerdem gibt es kein Leben danach!“ Der Priester sagte nichts darauf und reagierte nicht. Jedoch erkannte er einen neuen Glanz in ihren Augen. Hatte sie sein nachdenkliches Hinsetzen auf dem Regenstuhl bemerkt, fragte er sich und bekam sofort die Antwort aus ihrem linken Mundwinkel, der sich wie ein Schatten hob – ja ihn sogar anlächelte. Dieses Lächeln traf ihn ins Herz, verriet ihre Freude und er wusste, was sie beide bisher nur ahnten – dass sie, das junge, unberührte Mädchen, den stummen Kampf gewann. Eine Stunde später kamen zwei weitere Priester, öffneten das Tor des Tempels, trommelten eine Weile und hörten dann plötzlich auf; in der Nachmittagshitze sitzend wie versteinert. Die Mädchen verteilten sich vor dem Opferaltar und nahmen träge ihre Plätze ein. Gelegentlich hörte man das Summen einer Fliege, die vom Schweiß auf der Stirn eines Priesters angezogen wurde. Der von Muna angesprochene Priester stand auf, vertiefte seinen Blick in die Augen eines jeden Mädchens, zeigte dabei mit dem Zeigefinger seiner rechten Hand auf die glühende Sonne und fing – wie jeden Tag seit Jahren – zu predigen an. Er wusste, dass das Leben seines Volkes von seiner Zeremonie abhängt. Im letzten Jahr hat Chacmool keinen Regen auf die Erde geschickt. Die Flüsse waren bereits seit einem Monat ausgetrocknet, der Dschungel verwelkte und die Maisfelder verödeten. Der König kam aus Uxmal zu Fuß und er, der Hohe Priester, erhielt zum zweiten Mal in seinem Leben einen Blutdiamanten.<br><br><strong>Der hohe Priester</strong><br>Er erinnerte sich an die in Coba verbrachte Zeit. Sein Vater hatte ihn eines Nachts geweckt und auf die Reise mitgenommen. Sie gingen tagsüber und ruhten sich nachts aus, obwohl er lieber nachts gegangen wäre. Schon als Kind mochte er die Hitze nicht und döste über Mittag in der Hängematte seines Vaters. Nach 28 Tagen erreichten sie Coba. Sein Vater ging zurück und ließ ihn allein. Die Eltern sah er nie mehr und er hörte auch nichts mehr von ihnen. Ein Jahr lang durfte er sich alles anschauen. Neugierig und träge wie er war, bewegte er sich wenig und ließ das Leben eines Priesters auf sich zukommen. Was er erfuhr, war für ihn interessant und brutal. Interessant, weil es seinen Mut herausforderte (mutig war er, das wusste er schon) und brutal, weil er Blut und Tod und zerhackte menschliche Körper sah. Er wusste jedoch nicht, dass man ihn auf die Probe stellte und beobachtete. Daher war er überrascht, als er nach einem Jahr erfuhr, dass er dem Initiationsmeister dienen sollte. Der Initiationsmeister hatte bereits fast alle Jahre seines Lebens zurückgelegt, wusch sich selten und stank nach Urin, weil er die eigene Blase nicht mehr unter Kontrolle hatte. Wo er sich hinsetzte, blieb ein feuchter Fleck zurück und – so erinnerte sich der Hohe Priester – dieser Fleck roch nach den Fäkalien einer Schildkröte. Und er wusste auch warum: Der Initiationsmeister trank als Medizin gegen seine Blasenschwäche die Auflösung getrockneter Schildkrötenfäkalien.<br>Zunächst musste er selbst diese Auflösung trinken, bevor der Initiationsmeister sie trank. Einmal hatte er sich geweigert – und das kostete ihn seinen Nabel. Während er schlief, warf der Initiationsmeister ein Netz über ihn, wickelte ihn darin ein und band ihn an einem Baum fest, schnitt ein Loch ins Netz, dort wo der Nabel war, und riss den Nabel aus dem Bauch heraus. Er schrie wie ein Ferkel. Sein Herr zeigte jedoch keine Gnade. Das aus dem Bauch fließende Blut spürte er nicht und er erinnerte sich auch nicht mehr daran, dass der Initiationsmeister die Wunde zusammennähte, mit Kräutern behandelte und Blutegel ansetzte. Er überlebte, aber an der Stelle des Nabels formte sich eine hässliche Narbe. Er traute sich nie mehr, seinem Meister etwas zu verweigern.<br><br><strong>Erste Einsicht</strong><br>Als Muna ihm sagte, dass die Zeremonie den Regen nicht bewirken könne, glaubte er ihr zunächst nicht. Sie war jedoch so hartnäckig in ihrer Überzeugung, dass er anfing, sich Gedanken darüber zu machen. Er forderte das Mädchen heraus und musste letztlich zugeben, dass sie recht hatte. Die Regel war, dass er, der Hohe Priester, mit dem Opfer nicht sprechen durfte. Sollte er dennoch mit einem Opfer sprechen, so wäre er nicht mehr der Hohe Priester. Der Regengott hätte dann keine Gnade mit<br>dem Volk und würde erst dann Regen auf die Erde schicken, wenn der richtige Priester das richte Opfer darbringt. Das Opfermädchen wurde aus allen Mädchen eines Jahrganges gewählt, die im Kloster als Opfernonnen lebten. Spricht eine Opfernonne mit dem Hohen Priester, so darf sie nicht mehr als Opfermädchen gewählt, sondern nur als Übungsmädchen getötet werden. Damit der Hohe Priester und seine zwei Gehilfen in der Lage sind, die Opferzeremonie fehlerfrei und zügig auszuführen, müssen sie regelmäßig üben. Diese Übungen bestanden unter anderem darin, das Herz so schnell aus dem Brustkorb der Opfernonne zu reißen, dass es in der Hand noch zappelt und erst dann allmählich zur Ruhe kommt. Muna sprach mit dem Hohen Priester – damit war sie nicht mehr rein und nicht mehr in der Gnade des Regengottes. Sie dürfte also nicht geopfert werden. Der hohe Priester hatte heimlich mit Muna gesprochen. An sich dürfte er den Blutdiamanten vom König nicht annehmen. Stattdessen müsste er selbst dem Chacmool geopfert werden. Er wusste, dass Muna dies auch bekannt war. Er wusste zudem, dass sie recht hat – und er hatte Angst, dass der Regen nicht kommen würde. Trotzdem führte er die Zeremonie durch und riss an jenem Opfertag Munas Herz aus dem Brustkorb.<br><br><strong>Zweite Einsicht</strong><br>Zunächst kam Wind auf, dann folgte der Regen in großen Tropfen. Der hohe Priester erklärte, dass der Tempel von nun an Munas Namen tragen würde, weil Muna das Volk vor der Dürre gerettet habe. Sein Gesicht lief blutrot an und er spürte, dass seine dunkle Haut sich verfärbte. Seine Wangen brannten vor Scham und er begriff, dass Muna bei Chacmool auf ihn wartete. Zusammen mit dem Himmel weinte er und schrie „Muuunaaa“; und als sich alles in Schlamm und Sumpf verwandelte, verließ er weinend den Tempel und verschwand für immer.<br><br><strong>Epilog</strong><br>Als die Spanier kamen, fanden sie das Kloster mit dem Tempel im Zentrum einer Siedlung, die in der Zwischenzeit als Muna bekannt war. Sie erklärten die Opfernonnen zu ihren Konkubinen, töteten alle Priester, vernichteten das Kloster mit dem Tempel und benutzten die Fundamente des Tempels für eine neue Kirche. Die noch immer im Zentrum des Dorfes als einziger Zeuge der Legende über den hohen Priester und das Opfermädchen steht.<br>(MV)</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eiheiji von außen</title>
		<link>https://individuelle-meditation.org/eiheiji-von-aussen/</link>
					<comments>https://individuelle-meditation.org/eiheiji-von-aussen/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Juen Xian]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 20:26:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Meditation]]></category>
		<category><![CDATA[Meister]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Dogen Zenji]]></category>
		<category><![CDATA[Kloster]]></category>
		<category><![CDATA[Klosteranlage]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Schüler]]></category>
		<category><![CDATA[Tempel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://individuelle-meditation.org/?p=685</guid>

					<description><![CDATA[Der Tag fing im Starbucks an. Zu dem Regen kam noch die Kälte, sodass wir zurück ins Hotel gingen, um unsere Jacken zu holen und dann zum Hauptbahnhof von Kyoto zu gehen. Um 8:41 Uhr (pünktlich) starteten wir den Ausflug nach Fukui, wo sich insgesamt fünf Atomkraftwerke befinden. Das war trotzdem nicht der Grund, warum [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-691" src="https://individuelle-meditation.org/wp-content/uploads/2021/04/E8heiji3-300x178.jpg" alt="" width="553" height="328" srcset="https://individuelle-meditation.org/wp-content/uploads/2021/04/E8heiji3-300x178.jpg 300w, https://individuelle-meditation.org/wp-content/uploads/2021/04/E8heiji3-1024x607.jpg 1024w, https://individuelle-meditation.org/wp-content/uploads/2021/04/E8heiji3-768x456.jpg 768w, https://individuelle-meditation.org/wp-content/uploads/2021/04/E8heiji3-1536x911.jpg 1536w, https://individuelle-meditation.org/wp-content/uploads/2021/04/E8heiji3-2048x1215.jpg 2048w, https://individuelle-meditation.org/wp-content/uploads/2021/04/E8heiji3-1320x783.jpg 1320w" sizes="(max-width: 553px) 100vw, 553px" /></p>
<p style="text-align: left;">Der Tag fing im Starbucks an.<br />
Zu dem Regen kam noch die Kälte, sodass wir zurück ins Hotel gingen, um unsere Jacken zu holen und dann zum Hauptbahnhof von Kyoto zu gehen.<br />
Um 8:41 Uhr (pünktlich) starteten wir den Ausflug nach Fukui, wo sich insgesamt fünf Atomkraftwerke befinden. Das war trotzdem nicht der Grund, warum wir dorthin gefahren sind, sondern eine alte Tempel- und Klosteranlage.<br />
Es handelt sich um das Kloster Eiheiji, das im Jahr 1244 gegründet und erbaut wurde. Der Mönch Dogen Zenji ging in seinen 24 Lebensjahr nach China, das war 1224, verbrachte dort vier Jahre und kam als Erleuchteter zurück und gründete eine neue Schule, die den Namen Soto-Zen bekam.<br />
Der erste Tempel, den Dogen gegründet hat, war Kosho-Horinji in Uji, Kyoto. Er hat diesen Tempel im Jahr 1231 gegründet und im Laufe der nächsten 13 Jahre hatte er tausende Schüler, unter denen auch einige Samurai waren. Besonders ein Samurai hat ihn sehr verehrt und folgte seinen Anweisungen, dies war der Landbesitzer, Yoshishige Hatano, der, nach persönlicher Wahl Dogens, ihm ein Stück Land zur Verfügung stellte und den Tempel Eiheiji bauen ließ. Dogen blieb in diesem Tempel, bis zu seinem Tod 1253 und von da ab, bis heute wird dort Zen auf die gleiche Art praktiziert, nach den Regeln, die Dogen im Buch Shobogenzo niedergeschrieben hat (es gibt auch mehrere deutsche Übersetzungen).<br />
Die Philosophie von Dogen Zenji bestand darin, dass wir in jedem Augenblick unseres Lebens die Gelegenheit haben zu erwachen und dass wir keine Zeit verlieren sollten. Deshalb hat er als drei Teile in seinem Kloster das Bad, die Toilette und den Raum für das alltägliche Leben als wichtig bezeichnet.<br />
In diesen Räumen darf keiner sprechen und lesen, z. B. vor dem Besuch der Toilette verbeugt man sich vor der Toilette. Geht hinein und bedankt sich bei der Toilette für die Reinigung und beim Verlassen verbeugt man sich wieder und bedankt sich nochmals. Das Gleiche gilt für das Bad, es ist ein Ort der Reinigung für den Körper und den Geist. Alle Mönche müssen sich jeden 5 Tag die Haare rasieren und den Körper reinigen. Beim Rasieren helfen sie einander, genauso wie beim Baden. Wir haben (Erwin und ich) beide, die Erfahrung gemacht, dass die Toilettenräume extrem sauber sind, es gab keinen Geruch, auch keinen Duft, sondern alles roch nur nach dem frischen Wasser. Die Sauberkeit im Kloster in jeder Ecke war bewundernswert. Im Kloster selbst leben z. Zt. 150 Mönche und einige in Ausbildung zum Priester.<br />
Nach den Schriften von Dogen Zenji sollte jeder Mönch in jedem Augenblick meditieren. Der ganze Tagesablauf ist durch die Regeln im Voraus bestimmt. Der Meister des Klosters gibt Signale nur mit der Hand oder dem Blick und der entsprechende Mönch kündigt mit einem Schlag auf einen Gong oder der Klangschale eine gewisse Aktivität an. Wie z. B. die Vorbereitung des Essens, danach kommt das spezielle Tragen der Gefäße, in denen sich die Speisen befinden, zu dem Raum, wo die Mönche leben. Das Verteilen der Speisen wird auch mit dem Schlagen auf einen Holzgong angezeigt. Dogen Zenji hat die Nahrung weder hervorgehoben noch abgewertet, er hat im Shobogenzo gesagt, dass unterschiedliche Pflanzen keinen anderen Wert haben, als die Speisen, die mit viel Aufmerksamkeit zubereitet wurden und dass die Suppe keinen niederen Wert hat im Verhältnis zu den Gemüsesorten, so wie das einzelne Leben in einen gemeinsamen Fluss geht und im Ozean des Lebens endet. Deshalb ist die Küche ein Ort, über den der Meister alle Mönche direkt beeinflussen kann, und wird von allen Mönchen als äußerst wichtig betrachtet, nur sie hat keine wesentlichere Bedeutung als der Ort der Meditationspraxis.<br />
Ich habe einen Mönch auf seiner Tatamimatte beobachtet, wie er sich nach dem Waschen der Hände und des Gesichts auf die Meditation vorbereitet hat. Jede Bewegung und jede Körperhaltung war intuitiv und immer auf die gleiche Art durchgeführt. Zuerst hat er sich vor seinem Aufenthaltsplatz (Tatamimatte auf einem hölzernen Podest, dort lebt er auf ca. 1 × 2 Metern) verbeugt und bedankt, danach hat er sich auf sein Meditationskissen hingesetzt, die Beine hochgehoben und sich sitzend auf dem Kissen um 180 Grad gedreht, bis er mit dem Gesicht zur Holzwand seines Lagers kam. Zum Schluss hat er die Körperhaltung eingenommen, in der er sich gründlich auf das Meditieren vorbereitet und jede Unannehmlichkeit beseitigt hat. Dann ist er ruhig sitzen geblieben, mit dem Blick zur hölzernen Wand. Die Meditation, die er praktiziert hat, heißt Shikantaza und stammt aus der chinesischen Shaolintradition, die Bodhidharma aus Indien nach China im 6ten Jahrhundert unserer Zeit brachte. Die Meditation ist bekannt als sogenannte Wandmeditation. Er meditierte nicht länger als 10 Minuten, dann kam ein Mönchsaufseher in den Raum und überprüfte mit dem Blick alle Mönche, die sich vor ihm jedes Mal verbeugten, wenn er an ihnen vorbeiging. Es sah wie eine Zeremonie aus, nur es handelte sich um die Vorbereitung des Mittagessens, das bis 12 Uhr jeden Tag beendet werden sollte. Danach bekommen Mönche nichts mehr zu Essen, bis zum nächsten Morgen. Dies ist wahrscheinlich der Grund, dass wir keinen dickleibigen Mönch gesehen haben.<br />
Wir sind uns darüber einig, dass dieser Ort sehr harmonisch und ruhig wirkt und in sich eine unglaubliche Schönheit enthält. Die einzige Unruhe brachten viele Touristen, die miteinander laut redeten, alles fotografierten und sich frei bewegten in jedem Meditationsraum. Es gibt über 50 Gebäude in der ganzen Anlage, sie sind alle mit überdachten Holzbrücken verbunden. Die Gebäude befinden sich an einer Seite eines Berges, terrassenartig angeordnet. Jeder Meditationsraum sah so zum Meditieren einladend aus, dass wir Lust bekommen haben uns zu setzen und zu meditieren. Fotografieren war natürlich verboten, deshalb stellen wir nur ein paar geheime Eindrücke von diesem Ort aus. Obwohl wir ziemlich viele Treppen gestiegen sind, haben wir uns am Ende nicht müde gefühlt, sondern eher ein bisschen schläfrig.<br />
Der Ort, in dem sich der Eiheiji-Tempel befindet, heißt Shi-bidani.<br />
Nach unserer Tempelbesichtigung machten wir uns natürlich auf den Weg zu den Souvenierläden von denen der Ort wahrscheinlich die meisten Einnahmen hat, eine Straße entlang. Um festzustellen, dass in jedem Laden alles gleich ist, wahrscheinlich kommen die Produkte aus einer einzigen Fabrik und werden dann an die Läden verteilt. Auf unserem Rundweg hörten wir, wie jemanden mit einem Megaphon, wie er Touristen in sein Lokal einlädt. Wir haben uns für ein anderes entschieden und dort eine Art Tofu und Reis, dazu eingelegtes Gemüse gegessen. Erst nachdem wir bestellt hatten, hörten wir, dass es auch eine Speise gibt, die Eiheiji-Soba heißt. Um den Geschmack vom Mittagessen aus dem Mund zu bekommen (was auf die Qualität der Speise hinweist) mussten wir dringlich in Fukui ein Cafe besuchen. Nur die Enttäuschung dort war noch größer, wir haben cafe latte bestellt und eine schlechte Mischung vom Filterkaffee und Milch bekommen. Der Geschmack war unterhalb des dürftigen Niveaus.<br />
Jetzt genießen wir die japanische Bahn, nach deren Pünktlichkeit man die Uhr stellen kann. Ich habe mich gefragt, warum die Deutsche Bahn nicht so pünktlich sein könnte. Jemand hat mir erklärt, dass Deutschland so groß ist und ein so großes Schienennetz hat, dass jede kleinste Verspätung sich auf die ganze Deutsche Bahn auswirkt und dass die Deutsche Bahn eine großartige Leistung erbringt. Indem sie mit nur so wenig Verspätungen auskommt (im letzten Jahr hat sich jeder Zug in Deutschland ca. 5 Minuten verspätet, dazu gehören alle ICE, Interregios, alle U-Bahnen, alle Stadtbahnen, etc alles zusammen). Unser Eindruck ist, dass Japan nicht das kleinere Netzwerk als Deutschland hat, sondern ein mindestens so groß wie Deutschland. Vielleicht wäre es nicht schlecht, Experten der DB nach Japan zu schicken, damit sie sich selber überzeugen, wie pünktlich die Züge sind. Die alle 2 Minuten an einem Gleis ankommen, dann abfahren, dann kommt der nächste zum Gleis, evtl. auch aus der Gegenrichtung, hält 30 sec. und fährt auch wieder weg.<br />
Es regnet wieder, wir sitzen im Trockenen und genießen den Ausblick in die trübe Landschaft.<br />
Erwin hat festgestellt, dass wir nicht genügend Zeit haben, um alles zu sehen und zu berichten, von dem, was wir alles sehen könnten und wollten.<br />
Alleine Nara bedarf mehr als zwei Tage und in Kyoto waren wir noch nicht in allen Himmelsrichtungen. Von Tokyo können wir nur träumen – dort haben wir sogar eine private Einladung, zu einem japanischen Abendessen bei einem Freund, der dort lebt, die wir wahrscheinlich ablehnen müssen. Nur das wissen wir noch nicht, vielleicht schaffen wir das an einem Abend.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://individuelle-meditation.org/eiheiji-von-aussen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kyoto 2. Tag &#8211; Nord-West-Tour</title>
		<link>https://individuelle-meditation.org/kyoto-2-tag-nord-west-tour/</link>
					<comments>https://individuelle-meditation.org/kyoto-2-tag-nord-west-tour/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Juen Xian]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2009 20:51:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Kyoto]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Tempel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://individuelle-meditation.org/?p=700</guid>

					<description><![CDATA[Daitokuij Kinkakuij Ryoanij Deikakuji Heute bin ich früh aufgewacht, ging zum Fitness studio, um mich dort aus dem seit Tagen verrosteten Zustand zu erlösen. Nachdem ich 15 Minuten auf dem Laufband gelaufen bin, spürte ich plötzlich einen mir bekannten Schmerz in der rechten Wade. Seit 4 Wochen mache ich die Bekanntschaft mit diesem Schmerz, jedes [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Daitokuij<br />
Kinkakuij<br />
Ryoanij<br />
Deikakuji</p>
<p>Heute bin ich früh aufgewacht, ging zum Fitness studio, um mich dort aus dem seit Tagen verrosteten Zustand zu erlösen. Nachdem ich 15 Minuten auf dem Laufband gelaufen bin, spürte ich plötzlich einen mir bekannten Schmerz in der rechten Wade. Seit 4 Wochen mache ich die Bekanntschaft mit diesem Schmerz, jedes Mal wenn ich versucht habe zu laufen, so dass ich heute am Anfang unserer nordwestlichen Tempeltour diesen Schmerz aushalten musste und mich an ihn so gewöhnt habe, dass er mir nach einer Stunde nichts mehr ausmachte.<br />
Heute hatten wir unser italienisches Frühstück, aber bitte stellt euch nichts Italienisches vor, außer dem Namen des Restaurants. Die Bedienung hatte eine indische Qualität, 2x hat sie den Kaffee zum Nebentisch gebracht, obwohl wir wussten, dass wir ihn bestellt hatten. Als Gäste an diesen Tisch den Kaffe abgelehnt hatten, ging sie mit dem Kaffee zurück und machte einen frischen, erst dann bekamen wir unseren.<br />
Zum Frühstück gab es Croissant und ein gummiartiges Gebäck mit Käsefüllung verbacken. Nachdem wir das Mini-Stück Butter verbraucht hatten, bestellte ich Honig und der kam tatsächlich und er war gut. Zuerst wollten wir eine Obstschale haben, aber sie kam zum Schluss, nachdem wir alles andere gegessen und getrunken hatten. Zusammen mit dem Obst (etwa eine kleine Handvoll) gab es kleine Knödelchen, die man nicht durchbeißen konnte, sondern wie einen harten Gummiball im Mund kauen konnte &#8211; zerbeißen – fast keine Chance. Der Kaffe war so gut, dass ich auch den zweiten bestellt habe.<br />
Nach dem Frühstück versuchten wir zuerst mit dem Bus zum Daitokuji-Tempel zu kommen, der Bus kam eine ganze Weile nicht und so stiegen wir in ein Taxi. Wir waren darauf eingestellt, dass wir wie in jedem Tempel Tickets kaufen können, aber der Mann hinter dem Schalter sagte: „geht zu diesen drei Gebäuden und dann könnt ihr dort zahlen“. Der Besuch zu diesem Tempelgelände verdreifachte sich urplötzlich und noch hatten wir den Grund nicht erkannt. In diesem Gelände war der kleinste Zen-Garten in Japan zu bewundern, bestehend aus 2 Felsen und etwas Kiesel, die einen Fremden in einem Land symbolisiert haben und seine Wirkung auf das Land und dann noch einen großen Felsen, um die Felsen gab es wellenartige Kiesel und ein weiterer Felsen lag neben diesen Wellen. (siehe Fotos mit „Der Fremde und seine Auswirkung“)<br />
In der Klosteranlage die aus 27 Bauten bestand, konnten wir nur diese drei besuchen.<br />
Im zweiten Tempel zahlten wir auch, ohne die Erwartung zu haben, dass wir nicht zahlen müssen. In einem Teil dieser Anlage trafen wir auf einen Mönch und eine Frau die gut Englisch gesprochen hat. Sie wollte eine Kalligrafie, vom Abt des Tempels persönlich geschrieben, für ca. 250 Euro verkaufen. Aber die Kalligrafie war nicht einmal mit dem Pinsel gemacht, sondern scheinbar mit einem „Edding“, da der Abt daneben auch mit Edding etwas für Japaner schrieb. Der Text war trotzdem interessant: Jeder Augenblick im Leben ist Training, verliere nicht diesen Augenblick zu leben, auch wenn es dir manchmal schwer fällt, halte es aus, wann und wo wirst Du das Leben sonst aushalten.<br />
Es gab auch einen Ausstellungsraum mit einer hoch interessanten Kalligraphie, die einen langen Weg darstellte, der Weg war in einer langen Linie unterbrochen. An der Bruchstelle stand ein Zeichen für Ärger auf Japanisch. Links vom Weg zum parallelen Verlauf standen japanische Silben, zuerst ein Symbol für andere Menschen mit der Empfehlung: lass die anderen groß werden, und dann kommt ein Zeichen für einen Selbst, der dem Leser rät, sei klein und bescheiden. Die ganze Komposition wirkte sehr ästhetisch.<br />
In diesem Raum betreute der Abt eine Gruppe Japaner und erzählte ihnen über seine Werke, er machte auf uns beide den Eindruck eines geschickten Schauspielers und eines sehr begabten Kommunikators und Redners. Seine Körperhaltung war selbstbewusste, seine Stimme war kraftvoll und die Reaktionen seiner Zuhörer wiesen darauf hin, dass sie ihm mit Bewunderung zuhörten. In jeder von ihm gedeuteten Kalligraphie hat er seine Erzählung auf einen Punkt gebracht der dem Publikum die Einsicht vermittelte, wir waren ja auch in einem Rinzai-Zen-Tempel.<br />
Die Kompositionen der Gärten waren der Schulung des Geistes gewidmet, sie stellten die Rätsel dar, die der Beobachter wie ein Koan lösen sollte. In diesem Tempel ist uns aufgefallen, dass es in Japan ziemlich viele „Krüppelbäume“ gibt, die so gestützt werden, dass mindestens ein Teil von ihnen weiterleben muss. (wieder ein Foto im Blog)</p>
<p>Nach diesem Kloster gingen wir zum Goldenen Pavillon, dem Kinkakuji-Tempel, zu Fuß und ein Japaner den ich nach dem Weg fragte, konnte mehr Englisch als ich erwartet hatte, er beschrieb uns den Weg, allerdings zeigte er deutlich seine Verwunderung, als er fragte: „zu Fuß“?<br />
Zum Kikakuji-Tempel ging es etwas bergauf, wir liefen ca. 30 Minuten. Angeblich befindet sich unter dem Goldenen Pavillon Buddhas Asche, deshalb ist das ein heiliger Ort für alle Buddhisten. Nach der Menschenmenge erkannten wir schon im voraus,,dass der Pavillon das wohl meist fotografierte Objekt in ganz Japan ist. Hier gab es nicht nur die Tempelanlagen sondern im Tempelgelände befanden sich auch Geschenk- und Andenkenshops.<br />
Nach einer Pflichtfotorunde (die wohl jeder gute Besucher der Anlage macht) sind wir schnell weggegangen und unsere Mägen haben uns daran erinnert, dass es schon 13:30 Uhr war. Genau in diesem Augenblick sahen wir auf der anderen Seite ein Selbstbedienungsrestaurant mit schön abgebildeten vegetarischen Mahlzeiten. Wir gingen dorthin, kauften Tickets für das Buffet und machten eine schlimme Esserfahrung; von allen möglichen Speisen haben wir uns mit 2 Portionen Nudelsuppe vollgestopft, die zum Schluss so übel gerochen hat, dass wir selbst bis ins Hotel nach dieser Suppe gerochen haben.<br />
Jetzt war der berühmteste Zen-Garten der ganzen Welt an der Reihe, der Ryoanji-Tempel, der seit 500 Jahren in der unveränderten Form existiert. Leider mussten wir auf den schönsten Blick auf den Garten verzichten, weil sie gerade das Gebäude restaurieren, das an der Ausblickseite des Gartens liegt. Wieder einige Pflichtfotos und wir fuhren mit dem Taxi zum Daikakuji.</p>
<p>Obwohl er nicht zum Weltkulturerbe gehört, trägt er eine besondere Bedeutung für die Individuelle Meditation, Meister Dong war in diesem Tempel mehrmals zu Besuch. Der Tempel machte einen sehr schönen Eindruck auf uns. Mehrere Gebäude sind mit den Brücken miteinander verbunden, so dass man am Eingang die Schuhe auszieht und dann eine lange Runde macht, von einem Gebäude bis zum nächsten. Wir waren von der Ruhe, Harmonie und der gesamten Stimmung im Komplex beeindruckt. An manchen Stellen haben wir uns einfach hingesetzt und haben die Anlage genossen.</p>
<p>Wir wollten noch den Nijo-Palast besuchen und sind aus Zeitgründen mit dem Taxi dorthin gefahren. Als wir ankamen, war er schon geschlossen. So sind wir mit dem Bus ins Hotel gefahren und mussten unserem Leid über die geschlossene Sehenswürdigkeit ein Ende im Starbucks genehmigen. Vielleicht sollten wir von nun an Starbucks als Medizincafe umbenennen, denn es half uns.</p>
<p>Und das wars für heute.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://individuelle-meditation.org/kyoto-2-tag-nord-west-tour/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
